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Historie

Die Gründung

Am 15. November 1884, also vor 110 Jahren gab der Metzger und Bauer Joh. Georg Schempp beim Gemeinderat ein Gesuch ein “zur Erlangung einer Gastwirtschaftskonzession“. Er habe im Sommer neben seinem Bauernhaus einen ”Wohnhausanbau” errichtet und er glaube, “dass für eine bessere Gastwirtschaft zum Übernachten ein Bedürfnis bestehe“ - Das war’s - eine bessere Gastwirtschaft! - An Schankwirtschaften fehle es in Meßstetten nicht, auch könne der “Adler” und das “Rößle” wohl einen oder auch zwei Übernachtungsgäste aufnehmen, deshalb sei kein Bedürfnis für eine weitere ,Wirtschaft vorhanden, meinte der Gemeinderat, auch fürchte er, es könne viel Neid bei den anderen Wirten aufkommen, Er anerkenne zwar die baulichen Voraussetzungen, vor allem, dass ein Stall für 7 Pferde dabei sei (das war damals sehr wichtig für eine gute Gastwirtschaft, denn es gab ja noch keine Autos). Eine klare Entscheidung fasste der Gemeinderat nicht. Aber da öfters Reisende sich beim Schultheißen beschwerten, dass sie kein Nachtquartier finden könnten, erhielt Joh. Georg Schempp offenbar doch die Konzession.

Das war gut so, denn die „Schwane” wurde d e r Gasthof weit und breit, eben für damalige Verhältnisse eine “bessere Wirtschaft“, eine Gaststätte im besten Sinn des Wortes, und machte den Namen des Dorfes überall bekannt. Bald war sie der Anziehungspunkt für Gäste aus nah und fern. Fabrikanten und Geschäftsleute aus Ebingen und Umgebung verbrachten dort ihre Freizeit oder schlossen dort ihre Geschäfte ab. Und dann kamen die Wanderer des Albvereins, damals noch eine Elite, und die Schneeschuhläufer (wie man die Skifahrer nannte), vor allem auch aus Tübingen. Die machten Meßstetten zum Wintersportplatz, denn damals waren die Winter noch schneereich, und Meßstetten so ziemlich schneesicher.

In der „Schwane” kehrte man ein, und an Sonntagen war der stattliche Bau eingezäunt von lauter abgestellten („geparkten”) Skiern. Der bekannte Germanist Prof. Karl Bohnenberger, ein leidenschaftlicher Skiläufer, suchte oft Meßstetten mit seinen Studenten auf, die im Lauenhäusle unterkamen, und war Stammgast in der „Schwane”. Er wurde später sogar Ehrenbürger von Meßstetten. Noch heute ist eine Straße nach ihm benannt.

In den Nachkriegsjahren wurde manche Landesmeisterschaft hier ausgetragen, wobei sich auch Meßstetter Skispringer und Langläufer hervortaten. Die „Schwane” spielte immer als Mittelpunkt eine Rolle. Der namhafte Kunstmaler Prof. Strich - Chapell, auch ein Stammgast, wählte jedesmal die „Schwane” als Standquartier, wenn er seine Alblandschaften malte oder die Kirche mit seinen Bildern ausgestaltete.

Was machte die „Schwane” so beliebt? Es war die Atmosphäre, für die hauptsächlich die Wirtin, Wilhelmine Schempp, sorgte. Sie schuf in der Gaststätte eine Behaglichkeit, die den Gästen wohltat, und die man nicht überall antraf. Die „Schwane” und Meßstetten waren für wie auswärtigen ein einziger Begriff. Kam man nach dem 2. Weltkrieg mit Leuten vom Unterland zufällig auf Meßstetten zu sprechen, so hieß es: Ach Meßstetten! was macht die “Schwane“? Und dann schwärmten sie von schönen Tagen und Stunden, die sie dort. verbrachten.

Nach dem 2. Weltkrieg, als Wilhelmine Schempp nicht mehr lebte, wechselten sehr oft die Besitzer dieses Gasthofes und damit auch die Atmosphäre. Es wurden auch einige Umbauten vorgenommen. Solange die Besitzer den Gasthof selbst bewirtschafteten, blieb die , „Schwane” immer noch eine respektable Gaststätte, würde allerdings heutigen Ansprüchen nicht mehr genügen. Ebinger Wirte schickten oft ihre Übernachtgäste in die „Schwane”, weil es in Ebingen an Möglichkeiten mangelte. Und alle offiziellen Feierlichkeiten wurden immer noch in der „Schwane” abgehalten.

Erst als der letzte Besitzer sich zurückzog und das Lokal verpachtete ging es abwärts. Kein Pächter blieb lange, die Übernachtgäste fielen aus. Spielautomaten und schräge Musik sollten den Verdienstausfall und hohe Pacht ausgleichen. Seriöse Gäste mieden das Lokal, die „Schwane” verkam mehr und mehr und musste schließlich dichtmachen. Da kaufte die Stadtverwaltung das Gebäude, um es zu retten, fand aber auch keinen Pächter. Dann schloss sie sich nach Jahren mit einigen Interessenten zu einem Förderverein zusammen, der in letzter Zeit das Gebäude von Grund auf erneuerte. Nun soll es in den nächsten Tagen wieder eröffnet werden, denn es ist auch ein geeigneter Pächter gefunden worden, der das alte Haus zu neuem Leben erwecken will. Möge wieder eine gute Atmosphäre darin einziehen.
- Hermann Krauß 1994 -

Ein Haus mit Tradition

Vor über 100 Jahren erbaut und im Jahr 1994 komplett renoviert.


Historie: Quelle - Schwäbischer Albverein e. V. - Ortsgruppe Meßstetten

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